Bürgerverein Gerresheim kritisiert Planung zum Glasmacherviertel scharf

Der Bürger- und Heimatverein Gerresheim (BHV) hat in einer Stellungnahme die aktuelle Planung zum Glasmacherviertel scharf kritisiert. Hier ein Auszug aus dem Brief:

„Die Veranstaltung „Stadtplanung zur Diskussion“ in der Aula des Gymnasiums Gerresheim am 16.06.2016 hat uns sehr enttäuscht, zumal die von unseren Vertretern gestellten Fragen wenn überhaupt, dann nur unzureichend beantwortet worden sind.

Wir fordern Verwaltung und Rat der Stadt Düsseldorf auf,

  • die Bauleitplanung für dieses Gebiet entsprechend dem Ergebnis des Werkstattverfahrens der Stadt Düsseldorf für das ehemalige Glashüttengelände zu ändern und
  • ferner vor einer parlamentarischen Entscheidung neue qualifizierte städtebauliche Gutachterverfahren zu den Bereichen Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Kultur, Sport, Erholung und Freizeit durchzuführen!
  1. Uns allen muss bewusst sein, dass die Bebauung des ehemaligen Glashüttengeländes nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Soziografie des Stadtteils Gerresheim für Generationen prägen wird. Die sich hieraus ergebenden Chancen darf man nicht vertun!

2. Der BHV hatte sich deshalb über das Werkstattverfahren der Stadt Düsseldorf betr. das ehemalige Glashüttengelände sehr gefreut, es unterstützt und dessen Ergebnis gern mitgetragen. Verfahren wie Ergebnis ist in der Gerresheimer Bevölkerung auch gut angenommen worden. Wir Gerresheimer hatten den Eindruck, dass mit diesem Ergebnis Qualität nicht Quantität geopfert wird, sondern ein für ganz Gerresheim verträgliches Verhältnis gefunden wurde.

3. Die Mitglieder des BHV  stimmt die derzeitige Entwicklung deshalb sehr nachdenklich.

Wir fragen uns, was von der mit einem Werkstattverfahren propagierten Offenheit der Stadtverwaltung denn noch bleibt, wenn die gefundenen Ergebnisse, zumal sie große Akzeptanz gefunden haben, auf intransparentem Wege grundlegend verändert werden.

Denn eins ist klar:

Die nunmehr in Rede stehenden Pläne sind keine Überarbeitung des bisherigen Masterplans, sondern etwas völlig anderes.

4. Es liegt auf der Hand, dass der Wegfall von Gewerbenutzung und die mehr als Verdoppelung der Wohneinheiten sich weit über das eigentliche Baugelände hinaus auswirken werden.

Das betrifft zum einen die Heyestraße mit ihren Geschäften, zum anderen  aber auch die dann völlig anders fließenden Verkehrsströme.

Es ist doch klar, dass es einen enormen Unterschied macht, ob die Bewohner von 1.400 Wohnungen – wohin  auch immer – morgens zur Arbeit fahren und abends zurückkommen, oder ob die Bewohner von 560 Wohnungen (so Werkstattverfahren) dasselbe tun – von denen nach dem Werkstattverfahren sogar noch einige in den dortigen Gewerbeeinheiten arbeiten würden!

5. In dem Werkstattverfahren haben eine ganze Reihe von Fachleuten sich Gedanken gemacht, die mal mehr, mal weniger überzeugt haben.

Will man sich nun von dem Siegerentwurf dieses Werkstattverfahrens völlig abkehren, dann müssen erst recht unbedingt noch eine Reihe Fragen geklärt werden, und zwar in einem offenen Verfahren!

6. Das sind aus unserer Sicht:

  • Welche Bebauungsdichte verträgt dieser Standort überhaupt, ohne hohe Qualitätsstandards aufzugeben, die gerade für die Zukunft des Gerresheimer Südens so wichtig sind ?
  • Wie wird sich der Verkehr entwickeln, welche Erschließungsmaßnahmen sind nötig, wie wirkt er sich auf Gerresheim und die angrenzenden Stadtteile aus?
  • Welche privaten und öffentlichen Nutzungen, vor allem kultureller Art, lassen sich in den Denkmälern entwickeln?

7. Für uns ist unabdingbar, dass vor einer parlamentarischen Entscheidung neue qualifizierte städtebauliche Gutachterverfahren stattfinden!

Diese müssen die eingangs genannten Bereiche abdecken.

Nur so werden die Gerresheimer Bürger darauf vertrauen können, dass es Stadt wie Investor daran gelegen ist, in Gerresheim etwas zu entwickeln und zu schaffen, das langfristige Qualität für diesen großen Stadtteil verspricht.

8. Die Zeit dafür und für eine offene Bürgerbeteiligung zu Änderungen der bisherigen Planungen müssen Stadt und Investor sich nehmen. Sie ist auch da!

Denn wie wir gehört haben, wird die Beseitigung der auf dem Grundstück liegenden Altlasten länger dauern als ursprünglich gedacht.

Wir bitten, unsere Stellungnahme auch den Mitgliedern der zuständigen Ausschüsse des Rats der Stadt Düsseldorf zuzuleiten!

Herrn Bezirksbürgermeister Kunert übermitteln wir sie parallel mit der Bitte, sie an die Mitglieder der Bezirksvertretung für den Stadtbezirk 7 weiter zu leiten.

Mit freundlichen Grüßen,

für den Vorstand des Bürger- und Heimatvereins 1950 e.V.

Die Vorsitzende

Rosemarie Theiß

Veröffentlicht von soenke

Ich bin Journalist und Herausgeber der D7. In meiner Freizeit mache ich ehrenamtlich Kommunalpolitik für den Stadtbezirk 7. Ich setze mich ein für die Menschen, die hier leben und hier leben werden. in diesem Blog sollen die Leser Aktuelles aus erster Hand erfahren und kommentieren können.

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