Gastfamilien gesucht

Vortrag informierte darüber, wie unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen in Düsseldorf geholfen werden kann

Immer mehr jugendliche Flüchtlinge unter 18 Jahren müssen in Düsseldorf versorgt und betreut werden. So sind aktuell 117 minderjährige Flüchtlinge in Einrichtungen des Jugendamtes untergebracht und von Pädagogen betreut. Oft nur in provisorischen Unterkünften, weil in den beiden städtischen Jugendschutzeinrichtungen insgesamt nur zwölf Plätze zur Verfügung stehen. Das berichtete Michael Horster, Amtsvormund der Stadt Düsseldorf, auf dem Informationsabend „Jugendliche Flüchtlinge – von Eltern getrennt, minderjährig und allein gelassen?“, zu dem die Bürgerstiftung Gerricus zusammen mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Margareta und dem Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM) in den Stiftssaal von St. Margareta eingeladen hatte. Ziel des mit mehr als 70 Zuhörern gut besuchten Vortrags war es, Düsseldorfer als Helfer für die Betreuung zu gewinnen. „Es werden Gastfamilien gesucht, die Jugendliche unter 18 Jahren für eine begrenze Zeit aufnehmen und ihnen Halt geben“, sagte Ursula Hennel, Fachgebietsleiterin beim SKFM.

Diese Hilfe in Familien sei ein Teil des Betreuungskonzeptes in der Stadt und komme für die Jugendlichen infrage, die eine stärkere persönliche Zuwendung brauchen, als sie in einer Jugendschutzeinrichtung geleistet werden könne, so Hennel. Die Gastfamilien würden nicht allein gelassen. „Jeder Jugendliche bekommt einen städtischen Vormund, der sich beispielsweise um alle Fragen des Ausländerrechts und der Aufenthaltsgenehmigungen kümmert“, sagte Horster. Auch den Schulbesuch regele die Stadt. So sollten die Familien entlastet werden.

Auf ihre Aufgabe würden die Gastfamilien vom SKFM vorbereitet, beispielsweise durch Familienberatung, durch Gruppentreffen, durch Dolmetscher in der Beratung, so Hennel. „Wir zeigen zudem Verarbeitungsmöglichkeiten von Fluchterfahrungen auf“, erklärte Hennel. Oft seien die Jugendlichen von den Familien weggeschickt worden, damit sie nicht aktiv in Kriegsaktivitäten eingebunden werden. Auf der Flucht müssten sie oft Gewalt und sexuelle Übergriffe erleiden. Und sie würden darunter leiden, dass sie ein stabiles emotionales Zuhause verloren hätten. „Aber die Jugendlichen stehen auch unter einem gewissen Druck, wenn die Familie sie beauftragt hat, den Nachzug zu organisieren oder sie finanziell zu unterstützen“, berichtete Hennel. Eine Gastfamilie biete die Möglichkeit, dass sich die Jugendlichen in ihrer schwierigen Lebensphase nicht allein gelassen fühlten.

Veröffentlicht von soenke

Ich bin Journalist und Herausgeber der D7. In meiner Freizeit mache ich ehrenamtlich Kommunalpolitik für den Stadtbezirk 7. Ich setze mich ein für die Menschen, die hier leben und hier leben werden. in diesem Blog sollen die Leser Aktuelles aus erster Hand erfahren und kommentieren können.

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