Nachruf auf Salim Kureishy von Dorothee Büsse

Salim A. Kureishy, *30.12.1960 Al-Khabar, Saudi-Arabien, †23.05.2015 Düsseldorf-Gerresheim, Bildender Künstler, Dichter und Jäger

Hey Salim, wohin des Wegs? Wie geht’s wie steht’s? Was macht die Kunst?

Wer kannte ihn nicht im Stadtteil Gerresheim? .. und wer hatte ihn nicht ins Herz geschlossen? Mit seiner freundlichen Art hatte er immer offene Augen und Ohren für die Belange seiner Mitmenschen und vor allem auch der Kinder. Als Künstler und Hauswandbildmaler war er stets kreativ, umtriebig und unbequem – als Kunstlehrer vermittelte er nicht nur mit großem Sachverstand künstlerische Inhalte und Handwerkstechniken, sondern auch den Zugang zum Waldleben. Seine künstlerischen Themen basierten auf der intensiven Auseinandersetzung mit der Natur, aber vor allem
auch mit den ältesten erhaltenen Kulturgütern und Symbolen der Menschheit, z.B. mit der Venus von Willendorf aus dem Jungpaläolithikum (Altsteinzeit). Zudem ließ er ein sehr altes, weitgehend unbekanntes, recht ungewöhnliches traditionelles Druckverfahren aus Japan wieder aufleben, bei dem farbige Abdrücke der verschiedensten Fische direkt auf Reispapier hergestellt werden.

Im Jahr 2002 eröffnete er in der Nachtigallstraße, einer kleinen Querstraße der Heyestraße, in einem Ladenlokal das „Atelier 7“, wo er bis vor einigen Jahren mannigfaltige Ausstellungen, Ausstellungsreihen und Themenausstellungen zeigte, oft zusammen mit befreundeten Künstlerinnen und Künstlern aus dem Stadtteil Gerresheim. In diesem Zusammenhang erinnern sich viele Besucherinnen und Besucher an gelungene Vernissagen und Atelierfeste mit Auftritten von lokalen Musikern und Literaten. Salim Kureishy setzte sich federführend zusammen mit einer handvoll anderer Gerresheimer Künstlerinnen und Künstler seit April 2008 aktiv für den Erhalt und die kulturelle Nutzung des Gerresheimer Bahnhofsgebäudes sowie der unter Denkmalschutz stehenden Bauten auf dem Gelände der Gerresheimer Glashütte ein und gehörte Anfang 2010 zu den Gründungsmitgliedern des seither bestehenden Kunstvereins „Haltepunkt
Düsseldorf-Gerresheim e.V.“. Wir sind fassungslos und tief getroffen, dass er so unerwartet nach kurzer heftiger Krankheit von uns ging. Er hinterlässt viele Erinnerungen und nicht zuletzt eine große Lücke im Stadteil-Leben.

Salim Kureishy gehörte einfach zu Gerresheim – er war ein Gerresheimer Original und „Urgestein“.

Veröffentlicht von soenke

Ich bin Journalist und Herausgeber der D7. In meiner Freizeit mache ich ehrenamtlich Kommunalpolitik für den Stadtbezirk 7. Ich setze mich ein für die Menschen, die hier leben und hier leben werden. in diesem Blog sollen die Leser Aktuelles aus erster Hand erfahren und kommentieren können.

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