Sonnenfinsternis und die Risiken für die Betrachter: Ratschläge des Düsseldorfer Gesundheitsdezernates

Eine Sonnenfinsternis bleibt allen, die sie beobachten können, lange im Gedächtnis. Am Freitag, 20. März, ist auch von Düsseldorf aus eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Viele Menschen werden das Naturschauspiel beobachten wollen. Doch Sonnengucker sollten an den Schutz ihrer Augen denken. Darauf weist das Gesundheitsdezernat der Landeshauptstadt Düsseldorf hin.

Ein – auch kurzer – Blick in die Sonne kann die Netzhaut so schädigen, dass das Sehvermögen bleibend eingeschränkt wird oder sogar vollends verloren geht. Dabei gibt es kein Warnsignal, denn Netzhautschäden lösen keinen akuten Schmerz aus. Wenn die Schädigung des Sehvermögens bemerkt wird, ist es zu spät – eine bemerkbare Schädigung verzögert sich um mehr als zwölf Stunden und heilt nicht mehr. Deswegen ist oberstes Prinzip der sicheren Sonnenbeobachtung: direkten Blick auf die Sonne mit ungeschützten Augen vermeiden!

Hier sind Ratschläge, wie das Erlebnis ohne Folgen für die Augen bleibt: Als sicherste Methode zur Sonnenbeobachtung gilt die Projektionsmethode durch eine Lochkamera (Camera obscura) auf einen Schirm – hierbei wird nicht direkt in die Sonne gesehen. Aber auch spezielle, für die Sonnenbeobachtung geeignete Schutzbrillen kommen in Frage. Diese Brillen sollten zertifiziert sein und die CE-Kennzeichnung tragen. Geeignete Filter und Folien, zum Beispiel in Form der häufig angebotenen Folienbrillen, weisen eine so genannte minimale optische Dichte von 5 auf. Das bedeutet, dass sie maximal etwa 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchlassen. Diese Anforderungen gehen über die Filtereigenschaften normaler Sonnenbrillen weit hinaus!

Eine gute Schutzbrille verfügt über extrabreite Bügel und liegt gut am Gesicht an, um den Einfall von Streustrahlung ins Auge zu reduzieren. Hochgefährlich ist die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras, weil diese optischen Geräte die Sonnenstrahlen zusätzlich bündeln. Der Blick zur Sonne durch ein ungeschütztes optisches Instrument kann in Sekundenbruchteilen zur Erblindung führen. Im Fachhandel werden spezielle Filteraufsätze oder Folien angeboten. Die Filter müssen vor der Optik des entsprechenden Geräts angebracht werden. Dies gilt auch, wenn die Sonne durch den Mond teilweise verdeckt wird.

Von der Industrie werden pappgefasste, in der Regel metallbedampfte Folienbrillen zur Sonnenbeobachtung angeboten („Finsternisbrille/

SOFI“). Diese Brillen müssen zertifiziert sein und die CE-Kennzeichnung tragen. Auch die Benutzungs- und Warnhinweise müssen vorhanden sein. Die Schutzbrille sollte vorher noch einmal überprüft werden – bei Folienbrillen darf die Folie keine Kratzer, Löcher, Risse am Übergang zwischen Filterfolie und Pappe oder sonstige Beschädigungen aufweisen. Beschädigte Brillen keinesfalls verwenden!

Sonnenschutzbrillen „Marke Eigenbau“ sollten nicht benutzt werden. Auch „Hausmittel“, wie rußgeschwärzte Gläser, schwarze Filmstreifen, CDs oder Ähnliches sind zur Sonnenbeobachtung ungeeignet und können gefährlich sein. Normale Sonnenbrillen sind ebenfalls zur Sonnenbeobachtung nicht geeignet.

Die Tipps und Hinweise sind auch im Internet auf den Seiten des Bundesamtes für Strahlenschutz (www.bfs.de) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zu finden. Wer seine Augen richtig schützt und die Hinweise beachtet, kann die Sonnenfinsternis ungestört genießen.

(fri)

Veröffentlicht von soenke

Ich bin Journalist und Herausgeber der D7. In meiner Freizeit mache ich ehrenamtlich Kommunalpolitik für den Stadtbezirk 7. Ich setze mich ein für die Menschen, die hier leben und hier leben werden. in diesem Blog sollen die Leser Aktuelles aus erster Hand erfahren und kommentieren können.

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