Vorsicht beim Schwimmen in Rhein und Baggerseen

30-Jähriger starb nach Badeunfall im Rhein. Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei appellieren an die Bürger

Sommerliche Temperaturen und die bessere Wasserqualität der natürlichen Gewässer in Düsseldorf locken jetzt wieder so manchen Bürger zum Bad ins kühle Nass. Doch das erfrischende Vergnügen birgt Gefahren in sich. Am gestrigen Feiertag „Christi Himmelfahrt“ verunglückte ein 30-jähriger Mönchengladbacher im Rhein – er starb später in der Uniklinik Düsseldorf. Um 17.23 Uhr meldete ein Anrufer der Feuerwehr, dass er einen Schwimmer im Rhein, Höhe der Oberkasseler Brücke gesehen hat, der bereits nach wenigen Metern untergegangen sei. Mit einem Großaufgebot an Feuerwehr- und Rettungskräften, darunter die Taucherstaffel der Feuerwehr Düsseldorf und ein Polizeihubschrauber wurde nach dem Schwimmer gesucht. In Höhe der Oberkasseler Brücke, dort wo der Schwimmer zuletzt gesehen wurde, fanden die Taucher den Mann und brachten ihn an Land, wo er vom Rettungsdienst und Notarzt behandelt wurde. Danach wurde er zur weiteren Behandlung in die Universitätsklinik Düsseldorf gebracht, wo er sp äter verstarb.

Auch im vergangenen Jahr (2014) starben ein Mann im Rhein und einer im Angermunder Baggersee. Die meisten Unfälle dieser Art verzeichnete die Feuerwehr im Supersommer 2003 – fünf Menschen kamen dabei ums Leben. Die Vertreter von Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei betonen: „Auch geübte Schwimmer können bei Unterströmungen in Not geraten.“

Besondere Vorsicht ist an den Düsseldorfer Baggerseen geboten, da sie durch Grundwasser gespeist werden. Dadurch ändern sich Wassertem-peratur, Gestalt, Tiefe und Uferformation regelmäßig und drastisch. Wer ein Jahr später an einen vermeintlich bekannten Baggersee kommt, kann dort völlig andere Verhältnisse vorfinden. Wenige Meter vom Ufer weg herrschen oft „eisige“ Wassertemperaturen. Dort kann es auch für geübte Schwimmer gefährlich werden. Baden ist nur erlaubt, wo Betreuung ge-geben ist, also in den Strandbädern am Unterbacher See.

Für alle anderen Baggerseen gilt Badeverbot, also für:

• Angermunder Baggerseen westlich und östlich des Heiderweges

• Suitbertussee

• Fliednersee

• Lambertussee in Kaiserswerth

• Lichtenbroicher Baggersee am Flughafen

• Südpark-See

• Unisee

• Elbsee Süd und Nord

Im Rhein ist das Schwimmen nach der Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve in be-stimmten Zonen verboten. So herrschen 100 Meter oberhalb und unterhalb von Rheinhäfen absolutes Badeverbot. An Brücken, Schiffs- und Fährlandestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften darf auf keinen Fall geschwommen werden. Auch andernorts ist Baden im Rhein nach Angaben der zuständigen Wasserschutzpolizei nicht un-gefährlich. Beispielsweise an so genannten Kribben – ins Wasser ragende Steinaufschüttungen, die das Wasser bremsen – bilden sich oft gefährliche Strudel und Strömungen. Strömung herrscht auch in der Fahrrinne. Daher sollten Schwimmer eher am Rand des Stromes bleiben. Wenn ein Schiff vor-bei fährt, zieht dies das Wasser an. Der Eindruck des niedrigeren Wasserstandes verlockt Kinder, in den Fluss zu waten. Unterschätzt wird die Gefahr des „Rückschwalles“: Das Wasser kehrt in Wellen zurück.

Veröffentlicht von soenke

Ich bin Journalist und Herausgeber der D7. In meiner Freizeit mache ich ehrenamtlich Kommunalpolitik für den Stadtbezirk 7. Ich setze mich ein für die Menschen, die hier leben und hier leben werden. in diesem Blog sollen die Leser Aktuelles aus erster Hand erfahren und kommentieren können.

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